Alles begann mit Bier…

Früher wurde ausschließlich trübes Braunbier gebraut, welches bei unzureichender Kühlung schnell verdarb. Die Nagelfluhfelsen rund um Biberach waren bestens geeignet um Keller hineinzugraben, welche das ganze Jahr hindurch konstant 6-8 Grad halten konnten. Im 18. Jahrhundert entstanden vor diesen bereits vorhandenen Felsenkellern Sommerwirtschaften. 1737 begann der „Storchenwirt“ Christoph Knecht den Keller zu graben, dabei kamen er und weitere 5 Männer am 14. April 1739 im Felsenkeller bei den Grabungsarbeiten ums Leben. Kurze Zeit später, war somit der Wildemann Wirt Johann Georg Kolesch der erste Besitzer. Aus diesem Grund hieß der Keller fast 150 Jahre lang Wildemann-Keller. Auch drei weitere Wirtsfamilien der Gastwirtschaft Wildemann in der Biberacher Innenstadt führten den Sommerkeller unter diesem Namen. Am 20. Februar 1872 kaufte der Bierbrauer Karl Friedrich Handtmann (Biber Bräu) für 5700 Gulden den Keller und machte ihn zum Biberkeller. 15 Pächter bewirtschafteten daraufhin mehr als 120 Jahre lang den Biberkeller. Bis im Jahr 1967 war der Biberkeller übrigens ein reiner Sommerkeller und hatte lediglich zwischen Mai und August geöffnet. Erst der Umbau im selbigen Jahr machte die ganzjährige Nutzung möglich.

2010 wurde der Biberkeller der unsere. Wir haben ihn umfassend saniert und sind stolz hier ein Stück Stadtgeschichte weiter zu schreiben. Mit klassischer und schwäbischer Küche und nach wie vor "genügend Bier" freuen wir uns nun, das ganze Jahr Teil der Biberacher Gastronomie sein zu dürfen.

Warum dieser Keller auch Eiskeller genannt wird? Und wie viele Brauereien und Sommerwirtschaften es in Biberach früher einmal gegeben hat? Dies alles und viele zahlreiche Anekdoten erfahren Sie auf unseren Führungen im alten Felsenkeller.

Ab 10 Personen bieten wir Führungen im alten Eiskeller an. Nur mit Voranmeldung!

 

Quellen: Bild: Biberkeller 1934, Städtische Archive Biberach, GfH_0501; Geschichte des Sommerkellers: Susanne Handtmann